Sportwetten in Deutschland werden gesetzlich neu geregelt

Die Regulierung von Sportwetten wird in Deutschland seit vielen Jahren öffentlich diskutiert, langfristige Lösungen konnten bis dato nicht gefunden werden. Seit fast 14 Jahren laufen bereits die Diskussionen um eine Neuregelung, die auch vor den Höchstgerichten Bestand hat. Der Markt in Deutschland ist attraktiv, immerhin schätzt die Forschungsstelle Glücksspiel der Universität Hohenheim den jährlichen Umsatz auf bis zu acht Milliarden Euro.

Bereits im Jahr 2006 hob das Bundesverfassungsgericht das staatliche Sportwetten-Monopol als verfassungswidrig auf. Als Begründung gab das Höchstgericht damals an, das Monopol sei nur gerechtfertigt, wenn die Lotteriegesellschaften aktiv für den Spielerschutz sorgen würden. Seither ringen die Bundesländer um eine neue gesetzliche Lösung, die einerseits eine geregelte Marktöffnung und andererseits den Spielerschutz ausreichend berücksichtigt. Andere Staaten, wie einzelne US-Bundesstaaten, haben ähnliche Lösungen in der Vergangenheit längst umgesetzt. Nun soll es auch in Deutschland soweit sein.

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Schleswig-Holstein preschte vor

Im Jahr 2012 ging das nördlichste Bundesland Deutschlands voran und schlug einen bis dahin völlig neuen Weg ein. Schleswig-Holstein liberalisierte den Markt und schuf sein eigenes Glücksspielgesetz. Die Lizenzvergabe für Sportwetten wurde an strenge Auflagen geknüpft. Dazu zählten unter anderem eine sichere Zahlungsabwicklung, Spielerschutz und Datensicherheit. Für eine siebenjährige Probephase sollten zahlreiche Genehmigungen erteilt werden. Die kurz danach stattfindende Landtagswahl führte zu einem Machtwechsel. Die neue Landesregierung von Schleswig-Holstein beendete den Sonderweg und schloss sich wieder den anderen Bundesländern und deren gemeinsamen Glücksspielstaatsvertrag an. Doch die Lizenzen waren zu diesem Zeitpunkt bereits vergeben und galten weiterhin. Vor wenigen Wochen sind diese ausgelaufen. Mithilfe einer Übergangsgenehmigung erlaubte die Landesregierung von Schleswig-Holstein acht Anbietern den Betrieb vorläufig weiterzuführen.

Reform über Reform

Bereits im Jahr 2012 einigten sich die Bundesländer auf eine erste Reform des Glücksspielstaatsvertrages. Der Markt wurde für 20 Sportwetten-Anbieter geöffnet. Sie sollten eine Lizenz für sieben Jahre erhalten. 80 Firmen bewarben sich, 35 überstanden die Vorauswahl. Doch zahlreiche Klagen folgten und so kam es nie zur Vergabe der Lizenzen.
Anfang 2018 nahmen die Bundesländer einen neuen Anlauf, doch auch dieser Versuch scheiterte. Diesmal wollte man die Begrenzung auf 20 Sportwettlizenzen aufheben. Darin war man sich zwar einig, doch die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein verweigerten die Zustimmung zur Reform. Grund war die fehlende Regulierung von Online-Casinos im Glücksspielstaatsvertrag. Damit fehlte in Deutschland weiterhin eine rechtliche Regelung des komplexen Themas.

Neustart im Jahr 2021

Nun scheint die unendliche Geschichte doch noch ein Ende zu finden. Auf der Konferenz der Ministerpräsidenten im März 2019 fanden die deutschen Bundesländer zu einem Kompromiss. Private Sportwetten sind zukünftig erlaubt, denn die geplante gesetzliche Neuregelung führt zu einer Liberalisierung für private Anbieter. Es handelt sich dabei allerdings, wie die Süddeutsche berichtet, nur um eine Übergangslösung, die die Zeit bis zum Auslaufen des derzeit gültigen Glücksspielstaatsvertrags überbrücken soll.
Künftig gilt Folgendes: Wer sich an grundlegende Regeln des Spieler- und Jugendschutzes hält, bekommt ab 1. Januar 2020 eine Genehmigung für das Angebot von Sportwetten in Deutschland. Diese Genehmigung gilt bis 30. Juni 2021, denn dann läuft der Glücksspielstaatsvertrag aus und muss durch einen neuen ersetzt werden. Im Zuge dieser Verhandlungen sollten dann auch gleich andere Themen wie Online-Casinos und Online-Poker geregelt werden.

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Konkurrenz belebt den Markt

Wenn alles klappt und die gesetzliche Umsetzung der Pläne vollzogen ist, dann haben die Fans von Sportwetten ab dem Jahr 2020 eine breite Auswahl an Möglichkeiten. Nun sollte sich der Markt deutlich öffnen. Stehen die Regeln erst einmal fest, werden sich sicherlich zahlreiche Unternehmen um die neuen Lizenzen bewerben. Das sollte den Kunden zu Gute kommen, denn die Konkurrenz unter den Anbietern am attraktiven Markt in Deutschland wird zu guten Quoten führen. Wer dann auf die Ergebnisse der Bundeliga wettet, findet eine breite Auswahl vor. So wird für den Meistertitel von Borussia Dortmund auf den Fußball-Wetten von Betway eine Quote von 2,25 (Stand 6.4.) angeboten. Solche Quoten werden dann ab dem Jahr 2020 millimetergenau kalkuliert sein, schließlich will jeder Sportwetten-Anbieter die Kunden für sich gewinnen. Das ist eine gute Nachricht für alle Sportwetten-Freunde in Deutschland.
Bleibt zu hoffen, dass auf dem Weg ins Ziel, d.h. bei dem Gesetzesbeschluss, nichts mehr schiefgeht, denn dann würde es auch in Deutschland einen freien Markt für Sportwetten geben. Die Kunden werden entscheiden, wer das beste Angebot für sie auf den Weg bringt.

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